Welche Daten du für jede Wettkampf- und Laufstrategie im Blick haben solltest.
Die Amazfit Cheetah 2 Pro und die Active 3 Premium liefern Läuferinnen und Läufern Dutzende unterschiedlicher Daten. Du entscheidest selbst, welche Werte auf dem Display erscheinen und wie sie angeordnet sind. Auf einer Datenseite kann nur ein einzelner Wert stehen, auf einer anderen bis zu acht. Insgesamt stehen dir zehn Datenseiten zur Verfügung.
Das bedeutet allerdings nicht, dass du alles anzeigen lassen solltest. Zu viele Informationen können ablenken und es schwieriger machen, während des Wettkampfs die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sinnvoller ist es, genau die Werte auszuwählen, die dich bei deiner Wettkampfstrategie tatsächlich unterstützen. Für einen negativen Split brauchst du andere Daten als für ein möglichst gleichmäßiges Tempo oder einen anspruchsvollen Streckenverlauf.
Die folgenden Beispiele beziehen sich vor allem auf Straßenläufe. Beim Trailrunning ist das Tempo wegen des ständig wechselnden Untergrunds und Höhenprofils oft weniger aussagekräftig. Hier können Werte wie Laufleistung, Herzfrequenz, Höhenmeter oder die Gesamtzeit deutlich hilfreicher sein.
NEGATIVE-SPLIT-STRATEGIE
Was steckt hinter dieser Strategie? Du läufst die erste Hälfte bewusst etwas langsamer, um Energie für die zweite Hälfte aufzusparen. Wer zu schnell startet, kann später im Rennen deutlich einbrechen – und damit wesentlich mehr verlieren, als er auf den ersten Kilometern gewonnen hat.
Welche Daten helfen dir dabei, diesen Plan umzusetzen? Vor allem:
- Runden-Durchschnittstempo bzw. Runden-Tempo
- aktuelles Tempo
- Distanz bzw. Runden-Distanz
- Herzfrequenz
- optional: Gesamtzeit
Einer der wichtigsten Werte ist dabei das Runden-Tempo. Wenn du die erste Hälfte bewusst langsamer laufen möchtest, solltest du auch wissen, welches Durchschnittstempo du dort anpeilst. Das aktuelle Tempo kann durch Anstiege, Gefälle oder Gegenwind kurzfristig schwanken. Du musst deshalb nicht nervös auf jede kleine Veränderung reagieren. Wichtiger ist das durchschnittliche Tempo, das dir das Runden-Tempo anzeigt. Weicht es deutlich von deinem Ziel ab, kannst du dein Tempo ruhig und kontrolliert anpassen.
Auch die Runden-Distanz kann hilfreich sein. Sobald du die Hälfte der Strecke erreicht hast, drückst du die untere rechte Taste der Uhr. Runden-Distanz und Runden-Tempo werden auf null zurückgesetzt und beginnen von vorne zu zählen. So kannst du in der zweiten Rennhälfte Distanz und Durchschnittstempo direkt im Blick behalten – ohne selbst rechnen zu müssen.
Auch die Herzfrequenz ist ein wichtiger Indikator für die Belastung. Liegt sie höher als erwartet, lohnt sich die Frage nach dem Warum. Hohe Temperaturen, Luftfeuchtigkeit oder unvollständige Regeneration können dahinterstecken – aber ebenso ein Anstieg oder Gegenwind. In einer solchen Situation ist es meist klüger, etwas Tempo herauszunehmen und die Belastung unter Kontrolle zu halten, anstatt zu früh zu viel Energie zu verbrauchen.
Ein fünfter Wert kann besonders bei der Jagd nach einer persönlichen Bestzeit interessant sein: die Gesamtzeit. Sie zeigt dir während des Rennens, ob du weiterhin auf Kurs bist, deine angepeilte Zielzeit zu erreichen.
GLEICHMÄSSIGES TEMPO
Über die gesamte Strecke exakt dasselbe Tempo zu laufen, ist nicht immer möglich. Anstiege, Gefälle, Wind und Temperatur beeinflussen zwangsläufig deine Geschwindigkeit. Statt krampfhaft jeden Kilometer in exakt derselben Zeit laufen zu wollen, lohnt sich deshalb der Blick aufs große Ganze.
Hier sind vor allem aktuelles Tempo und Durchschnittstempo interessant, ergänzt durch Herzfrequenz, Distanz und Gesamtzeit. Zusammengenommen helfen dir diese Werte einzuschätzen, ob du nach Plan läufst und deine Belastung unter Kontrolle hast.
Anders als beim Negative Split musst du das Rennen hier nicht unbedingt in eine erste und zweite Hälfte aufteilen. Das Ziel ist vielmehr, über die gesamte Distanz ein möglichst konstantes Tempo zu halten – und dabei die Bedingungen auf der Strecke zu berücksichtigen.
DIE STRATEGIE AN DAS STRECKENPROFIL ANPASSEN
Hat die Strecke ein anspruchsvolles Höhenprofil, lohnt sich die Vorbereitung bereits vor dem Wettkampftag. Lade die Route herunter und wirf einen Blick auf das Höhenprofil. So kannst du längere Anstiege, Gefälle oder technisch anspruchsvollere Passagen schon vorher erkennen.
Die Amazfit Cheetah 2 Pro und die Active 3 Premium unterstützen Routen im .gpx-Format. Du kannst die Strecke dadurch analysieren und den Wettkampf in mehrere Abschnitte aufteilen – und deine Strategie jeweils an das Gelände anpassen.
An Anstiegen wird dein Tempo ganz natürlich langsamer. Es gibt deshalb nicht immer einen Grund, um jeden Preis dein Zieltempo zu halten. Gerade hier können Herzfrequenz, Laufleistung oder die bereits verstrichene Zeit aussagekräftiger sein. Vielleicht ist es sinnvoller, den Anstieg kontrolliert zu laufen und erst dann wieder zu beschleunigen, wenn das Streckenprofil es zulässt.
MEHRERE DATENSEITEN NUTZEN
Du musst nicht alle Informationen auf einer einzigen Datenseite unterbringen. Verteile die Werte lieber auf zwei oder drei Seiten und wechsle während des Rennens zwischen ihnen.
Auf der ersten Seite bieten sich drei oder vier zentrale Werte an – zum Beispiel aktuelles Tempo, Runden-Tempo, Distanz und Herzfrequenz. Eine zweite Seite kann nur ein oder zwei zusätzliche Informationen enthalten, etwa die Gesamtzeit.
Das kann besonders praktisch sein, wenn du normalerweise eine Brille trägst, sie beim Wettkampf aber absetzt. Statt auf einem Display viele kleine Zahlen gleichzeitig entziffern zu müssen, kannst du zwischen übersichtlichen Ansichten wechseln.
Eine zusätzliche Datenseite kann außerdem das Streckenprofil anzeigen. Siehst du, dass gleich ein längerer Anstieg kommt, kannst du besser einordnen, warum dein Tempo langsamer und deine Herzfrequenz höher wird. So triffst du ruhigere und bessere Entscheidungen, statt vor jedem Anstieg unnötig gegen das Streckenprofil anzukämpfen.
DIE VORAUSSICHTLICHE ZIELZEIT IM BLICK
Ein weiterer interessanter Wert ist die ETA, also die voraussichtliche Zielzeit. Die über die GRun for Amazfit App verfügbare Funktion zeigt dir ungefähr, wann du voraussichtlich die Ziellinie erreichen wirst.
Gerade wenn du auf eine bestimmte Zeit läufst, kann das praktischer sein als der Blick auf die reine Gesamtzeit. Statt anhand von Tempo und bereits vergangener Zeit selbst auszurechnen, wo du am Ende landen könntest, siehst du die voraussichtliche Zielzeit direkt auf der Uhr.
Beginnt sich die prognostizierte Zielzeit von deinem Ziel zu entfernen, ist das ein klares Signal: Vielleicht musst du dein Tempo anpassen.
Die Grun for Amazfit App ist über die Zepp App verfügbar und kann sowohl auf der Cheetah 2 Pro als auch auf der Amazfit 3 Premium kostenlos installiert werden.
ALARME HELFEN DIR, DIE KONTROLLE ZU BEHALTEN
Alarme können eine sinnvolle Ergänzung zu den Daten sein, die du während des Rennens beobachtest. Gerade bei einer Negative-Split- oder Gleichmäßig-Tempo-Strategie kann ein Herzfrequenzalarm hilfreich sein.
Auf der Cheetah 2 Pro und der Active 3 Premium kannst du einen Alarm einstellen, sobald eine bestimmte Herzfrequenz oder ein bestimmter Prozentsatz deiner maximalen Herzfrequenz überschritten wird. Das ist eine zusätzliche Absicherung dagegen, den Wettkampf zu aggressiv zu beginnen.
Auch Erinnerungen an Flüssigkeitszufuhr oder die Einnahme eines Gels lassen sich einstellen. Sie können beispielsweise in festen Zeitabständen – etwa alle 30 Minuten – erscheinen oder an die Anzahl der verbrannten Kalorien gekoppelt werden.
Bei Berg- und Trailrennen können auch streckenbezogene Alarme hilfreich sein. Hinweise auf einen bevorstehenden Anstieg, ein Gefälle oder eine Abzweigung geben dir die Möglichkeit, dich rechtzeitig auf den nächsten Abschnitt einzustellen. Gerade hier verliert das aktuelle Tempo häufig an Bedeutung, während Laufleistung, Herzfrequenz, Höhenmeter oder Gesamtzeit wichtiger werden können.
DER PLAN IST WICHTIG – ABER DU MUSST NICHT UM JEDEN PREIS DARAN FESTHALTEN
All diese Daten haben nicht den Zweck, dass du während des gesamten Rennens auf deine Uhr starrst. Im Gegenteil: Eine gut konfigurierte Datenseite sollte dir ermöglichen, die wichtigsten Informationen mit einem kurzen Blick zu erfassen – und anschließend wieder den Fokus aufs Laufen zu richten.
Vor dem Start lohnt es sich deshalb, zu überlegen: Welche Strategie passt zu mir – und welche Daten helfen mir tatsächlich dabei, sie umzusetzen?
Aber selbst der beste Plan kann sich im Rennen ändern müssen.
„Manchmal ist die klügste Entscheidung, die man treffen kann, den ursprünglichen Plan loszulassen und sich an das anzupassen, was gerade vor einem liegt. Am Ende kann genau diese Entscheidung die beste sein. Hab also einen Plan – aber verliebe dich nicht zu sehr in ihn“, sagt Ruth Croft. Beim UTMB Mont-Blanc 2025 musste sie ihre Strategie ebenfalls ändern und sich schließlich darauf konzentrieren, einfach durch die Nacht zu kommen.
Dasselbe gilt für Straßenrennen. Deine Uhr soll dir dabei helfen, deine Strategie umzusetzen. Sie sollte dich aber niemals dazu zwingen, um jeden Preis an ihr festzuhalten.
Daten sollen dir helfen, Entscheidungen zu treffen – auch die Entscheidung,
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